Borreliose-Gesellschaft e.V.

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Zielwertfindung und Standards in der Borrelien-Serologie

Die Evaluationsgüte serologischer Tests lässt sich u.a. an der eingesetzten Referenz bestimmen. Wurde eine definitive Methode (Goldstandard) als Referenz gewählt,  ein  Standard-Serum oder lediglich ein freies Verfahren? Die Frage danach  erscheint auf den ersten Blick theoretisch. Sie hat aber für praktisch tätige Ärzte und Patienten weitreichende Auswirkungen: Durch die Einstellung eines Testes anhand einer Referenzmethode wird über die Erfassung der vorhandenen Antikörper und die Festlegung „Antikörper vorhanden oder nicht vorhanden“ (cut) und  damit oftmals  über eine „Behandlungsindikation“ entschieden. Daneben muss  die Frage gestellt werden:  „Werden lediglich Antikörper gemessen oder beinhaltet die Testevaluation eine Vorselektion nach gesund und krank?“
In meinem Vortrag möchte ich auf folgende Aspekte eingehen:
1.    Was ist eine definitive Methode (Goldstandard)?
       Kann es eine definitive Methode für die Antikörperbestimmung geben?
2.    Was sind Referenzmethode und Referenzserum?
3.    Wie ist der Stand der Dinge? Wie werden aktuell Teste eingestellt / evaluiert?
4.    Wie wird der Zielwert bei Ringversuchen ermittelt?
5.    Auswirkung klinisch evaluierter Tests auf das analytische Testergebnis und eine Seroprävalenz-Ermittlung.
6.    Bedeutung der aktuellen Situation für die hausärztliche Praxis.
7.    Möglicher Lösungsansatz.

Uta Everth, Ärztin und Juristin, Holzgerlingen