Borreliose-Gesellschaft e.V.

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Symptome der Depression bei Borreliose und anderen entzündlichen Erkrankungen
Kurt E. Müller *

Depression ist ein Symptom, von dem fast ein Fünftel der Bevölkerung im Verlauf des Lebens einmalig oder wiederholt betroffen ist. Gewöhnlich werden psychische Traumatisierungen als Ursache angesehen. Die Einschätzung der Pathogenes und die meisten Behandlungskonzepte basieren auf dieser Hypothese. Obwohl vielfältige neurobiologische und immunologische Funktionsstörungen im Zusammenhang mit Depression berichtet sind, werden diese Kenntnisse für die Klärung von Ursachen bisher wenig genutzt. Die Senkung des Serotoninstoffwechsels ist für die Auslösung von Depression allgemein anerkannt. Serotoninwiederaufnahmehemmer (SSRI) spielen deshalb die entscheidende Rolle bei der Therapie vor trizyklischen Antidepressiva. Diese Medikamente haben einen weiteren Anstieg der Prävalenz des Symptoms nicht verhindern können. Es wird zu wenig beachtet, dass chronische Infektionen wie die Borreliose und chronisch entzündliche immunologische Reaktionen auf Xenobiotika immer dann Depression verursachen können, wenn die proinflammatorischen Zytokine Tumornekrosefaktor-alpha und Interferon-gamma verstärkt gebildet werden, die eine verstärkte Synthese von Kynurenin aus L-Tryptophan, dem natürlichen Ausgangsstoff der Serotoninproduktion, verursachen. Es kommt hierdurch zu einer Minderung von Serotonin und nachfolgender Depression, die in solchen Fällen ein begleitendes Symptom der chronischen Entzündung ist . Die immunologischen und metabolischen Mechanismen sowie Faktoren der individuellen Suszeptibilität werden dargestellt.

Association of  chronic Lyme-Borreliosis and other inflammatory diseases with depressive symptoms.
Almost 20% of the German population suffers from depression once or several times during lifetime. Psychogenic traumata commonly are regarded to be the cause. Concepts of pathogenesis and treatment are based on this hypothesis, in spite of the fact that many dysfunctions of immune and neurophysiological systems have been investigated and proven to cause depression. The importance of the neurotransmitter serotonin is accepted in the general scientific opinion. Therefore serotonin reuptake inhibitors (SSRI) play the dominant role in treatment besides the less important tricyclic antidepressants. The use of those pharmaceuticals is failing until now to stop the increase of depression in the general population. The role of chronic expression of the proinflammatory cytokines tumor necrosis factor alpha and interferon gamma by Lyme-Borreliosis and other chronic infections and chronic inflammation caused by xenobiotics for the development of depression is underestimated. The complex functional, immunological and neurophysiological interactions especially the effects on serotonin metabolism caused by chronic inflammation induced by infections and environmental factors and reasons of individual susceptibility are presented.


* Dr.med. Kurt E. Müller – Mozartstraße 16 – D 87435  Kempten – T: +49 (0) 831 512 67 29